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Ruppiner Tor

Stadttor

 

Die strategisch wichtigsten und gleichzeitig gefährdetsten Punkte waren die Tore der Stadt.


RuppinertorRuppinertor, Waldemartor

Im Interesse einer leichten Verteidigung wurde die Anzahl der Tore beschränkt. Gransee erhielt zwei Tore und zwar je eins an der Ein- und Ausmündung der Verbindungsstraße Neuruppin-Lindow-Zehdenick. Es sind im Westen das Ruppiner Tor und im Osten das Zehdenicker Tor. Die ursprünglich mit den Stadtmauern errichteten Tore erwiesen sich mit der Zeit als zu schwach. Sie wurden durch größere Toranlagen ersetzt und erhielten zwei Vortore mit einem verbindenden Zwinger. Erhalten geblieben ist das Haupttor der Ruppiner Toranlage, ein spätgotischer Backsteinbau aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Seitlich neben dem Ruppiner Tor befindet sich eine einfache Durchfahrt, das „Waldemartor“.Die Herkunft der Doppeltoranlage ist geschichtlich so zu erklären: Durch den Tod des Markgrafen Waldemar 1319 erlosch die Herrschaft der Askanier über die Mark Brandenburg. Das Lehen fiel an den Kaiser zurück. Die Wittelsbacher wurden nun die neuen Landesherren. Zur Wiederbelebung des Anhaltinischen Geschlechts gab sich 1347 ein Müllerbursche namens Jacob Rehbock als Markgraf Waldemar aus. Man bediente sich der Lüge das Waldemars Tod und Begräbnis vor 28 Jahren Fälschungen gewesen waren. In Wahrheit habe der Graf seiner Sünden wegen eine Wallfahrt zum heiligen Grabe nach Palestina angetreten. Von dieser Wallfahrt sei er jetzt zurückgekehrt und er beanspruche sein Lehen. Viele märkische Städte, so auch Gransee, huldigten dem falschen Waldemar. Nach zwei Jahren flog die Betrügerei auf. Deshalb verfielen diese Ortschaften der Ungnade des Landesherren (Wittelsbacher), der sämtliche Tore der Stadte, durch welche der falsche Waldemar gezogen war, zumauern ließ. Neben den alten mussten neue Tore, „Waldemartore“ genannt, errichtet werden. Erst im Jahre 1818 gestattete der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., die Vermauerung wieder zu beseitigen. Das Ruppiner Tor ist mehrfach restauriert worden und zuletzt 1995 umfassend saniert. Es wird seitdem für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Ein Besuch ist auch wegen der wunderschönen Aussicht auf die Stadt empfehlenswert.

Stadttorgalerie